Struktur und Navigation

Ist es sinnvoll, Usability in einzelne Aspekte aufzuspalten? Schließlich geht es doch um das Zusammenwirken aller Elemente auf der Website, um dem User den reibungslosen Weg durch den Conversion Funnel zu ermöglichen. Ich halte das trotzdem für die richtige Herangehensweise, weil so der Blick für Details geschärft wird, die ansonsten in der “Usability-Gesamtheit” untergehen würden. Beginnen wir also mit der Struktur.

Wann ist die Seitenstruktur einer Website benutzerfreundlich?

Über die Jahre haben sich die User an bestimmte Konventionen bei der Struktur von Websites gewöhnt. Wenn wir uns bei der Gestaltung der Website ebenfalls an diese Konventionen halten, sind wir auf der sicheren Seite. Es geht im Hinblick auf Usability nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern darum, offensichtliche Fehler zu vermeiden. Hier sind 7 Punkte, die Seitenstruktur und Navigation der Website benutzerfreundlich machen.

1. Der User soll immer wissen, wo er gerade ist. Falls er sich nämlich auf der Website verirrt, wird er sofort unsicher sein und das Vertrauen in den Website-Betreiber schwindet. Das heißt, der User sollte an der Navigation erkennen, in welchem Teil der Website er sich befindet, üblicherweise durch optisches Hervorheben. Bei umfangreichen und entsprechend tief verschachtelten Websites hat sich inzwischen zusätzlich die Brotkrümel-Navigation etabliert (engl. Breadcrumbs). Bei kleinen Websites wirkt das allerdings oft übertrieben und bietet den Besuchern keinen zusätzlichen Nutzen.

Breadcrumb-Beispiel

Beispiel für eine Breadcrumb-Navigation

2. Die Homepage sollte von jeder Seite der Website zu erreichen sein. Das ist vor allem sinnvoll für Besucher, die über Google oder einen Link auf eine der Unterseiten gelangt sind, was normalerweise die Mehrheit ist. Aber auch wer mit der Homepage begonnen hat, klickt in vielen Fällen lieber zur Homepage zurück als die “Seite zurück”-Funktion im Browser zu verwenden. Die Verlinkung des Logos mit der Homepage hat sich dabei bewährt.

3. Die Struktur der Website sollte so logisch wie möglich aufgebaut sein. “Logisch” bezieht sich natürlich auf die Sichtweise der Besucher, nicht des Betreibers. Was Besucher verwirrt, sind zum Beispiel Verzeichnisse mit unklaren Namen oder Synonymen. Ebenfalls vermeiden sollten Sie Überraschungen, also beispielsweise Weiterleitungen, die für die Besucher nicht nachvollziehbar sind.

4. Je größer die Website, desto mehr Sinn hat die HTML-Sitemap. Zwar gibt es viele User, die nicht über die Sitemap navigieren, aber manche finden sie sehr hilfreich. Es schadet jedenfalls nicht, eine Sitemap bereitzustellen.

5. Alle Links auf der Website sollten gut zu sehen und alle Navigationselemente klar als solche zu erkennen sein. Leider gibt es immer wieder Fälle, in denen Website-Betreiber Links quasi “verstecken”, also nicht als solche kenntlich machen. Meistens passiert das mit dem Hintergedanken, eine originelle Website mit ungewöhnlichem Design zu erstellen, die sich von der Masse abhebt. Damit verwirren sie letztendlich aber die User und die Conversion Rate bleibt niedrig. Natürlich müssen die Links nicht auf jeder Website blau und unterstrichen sein, aber sie sollten eben als Links zu erkennen sein.

6. Nicht-klickbare Elemente sollten im Gegenzug dazu nicht wie Links aussehen. Das betrifft insbesondere Bilder und Icons, aber mitunter auch Text, der zur Hervorhebung unterstrichen ist. Wenn Sie also eine Reihe von 4 Icons zeigen, und die ersten 3 klickbar sind aber das vierte nicht, verwirren Sie die Besucher. Unterstrichener Text, der nicht klickbar ist, bewirkt das gleiche.

7. Zur Usability gehören aussagekräftige Link-Texte. Der User muss vor dem Klicken wissen, wo er landet, wenn er klickt. Natürlich bezieht das den Text in der direkten Umgebung des Links mit ein. Bei verkürzten Links, also Links, deren URL nicht zu erkennen ist, sind User besonders misstrauisch. Schließlich gibt es immer wieder Meldungen und Gerüchte über schädliche Websites und niemand möchte auf diese Maschen hereinfallen.

Am leichtesten ist es, wenn Sie diese Punkte bereits in der Planung der Website berücksichtigen. Falls Sie mit einem Webdesigner zusammenarbeiten, sollten Sie frühzeitig darüber sprechen und so nachträgliche Korrekturen vermeiden. Falls Sie bereits eine Website haben, können Sie mit dieser Checkliste die einzelnen Punkte selbst prüfen und gegebenenfalls direkt beheben.

Schauen wir uns jetzt an, wie Seitenlayout und Design zur Benutzerfreundlichkeit beitragen.


Zusammenfassung
  • Der Besucher sollte immer wissen, wo er gerade ist und leicht zur Homepage zurückfinden.
  • Die User erwarten eine logisch aufgebaute Seitenstruktur ohne Überraschungen und unklare Verzeichnisnamen.
  • Links sollten klar erkennbar sein und dem User mitteilen, wo der Link hinführt.